
Warnstreik Nahverkehr Hamm: ver.di legt Busverkehr lahm
In Hamm fahren am Donnerstag (12.03.) keine Busse der Stadtwerke. Grund ist ein ganztägiger Warnstreik von ver.di im Nahverkehr.
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.03.2026 13:59
Busstreik in Hamm
Die Busfahrer und Busfahrerinnen der Stadtwerke Hamm streiken heute. Der Warnstreik läuft von vier Uhr am Donnerstagmorgen (12.03.) bis zwei Uhr in der Nacht zu Freitag (13.03.). Deshalb steht der Busverkehr in Hamm den ganzen Tag still. Laut Sven Büttner, Vertrauensperson der ver.di beim Verkehrsbetriebs in Hamm ist diese Maßnahme genau jetzt nötig.
„Wir sind Hamms gute Geister und das wollen wir auch bleiben. Dafür müssen wir jetzt leider streiken und den Nahverkehr wieder attraktiver machen.“
- Sven Büttner, Vertrauensperson der ver.di beim Verkehrsbetriebs in Hamm. Der Warnstreik hängt mit der Tarifrunde Nahverkehr NRW zusammen. Die Busse des privaten Betreibers Breitenbach und einige Regionalbuslinien sind normalerweise nicht betroffen und wie gewohnt.
Darum ruft die Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik auf
Die Gewerkschaft ver.di fordert bessere Arbeitsbedingungen im Nahverkehr. Es geht vor allem um weniger Wochenarbeitszeit und mehr Geld für Sonntagsarbeit. Konkret verlangt ver.di eine Senkung von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Nur so können die vorgeschriebenen Ruhezeiten eingehalten werden, sagt Sven Büttner.
„Wir fordern eine Verkürzung der Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden pro Woche. Das Allerwichtigste dabei sind die mindestens 11 Stunden zwischen zwei Schichten. Denn wir haben viele Kollegen, die nicht aus Hamm kommen und die müssen nach der Arbeit noch den Weg nach Hause auf sich nehmen und kommen so nicht auf die 11 Stunden.“- Sven Büttner, Vertrauensperson der ver.di beim Verkehrsbetriebs in Hamm
Diese Maßnahme soll den Beruf außerdem attraktiver machen. Aktuell ist es laut Sven Büttner schwierig besonders junge Menschen für einen Job im Nahverkehr in Hamm zu begeistern. Betroffen von dem Warnstreik sind mehr als 30 kommunale Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten. Sven Büttner ist sich darüber bewusst, dass ein solcher Streik viele Menschen in ihrem Alltag einschränkt, er hofft jedoch auf Verständnis.
„Ich kann natürlich auch unsere Kunden verstehen und dass die sich über den Streik ärgern. Wir sind für jeden dankbar, der mit uns fährt. Aber für uns ist es jetzt an der Zeit ein Zeichen zu setzen und ich bitte da um das Vertrauen und Verständnis der Kunden, denn wir sind es wert.“ - Sven Büttner, Vertrauensperson der ver.di beim Verkehrsbetriebs in Hamm
Die zweite Verhandlungsrunde endete am vergangenen Dienstag (03.03.) in Bochum ohne Ergebnis. Ein Angebot der Arbeitgeber gibt es bisher nicht.
Druck für Verhandlungen zu Tarifvertrag
ver.di kritisiert, dass die Arbeitgeber keine Lösung vorgelegt haben. Statt Verbesserungen standen laut Gewerkschaft sogar Verschlechterungen im Raum. Dabei ging es um Krankengeldregelung, Nachtarbeitszuschläge und weitere Punkte. Mit dem Streik will ver.di jetzt vor der nächsten Verhandlungsrunde Druck machen. Die nächste Runde der Tarifverhandlungen beginnt am 24. März 2026. Bis dahin bleibt der Konflikt im Nahverkehr NRW offen. Zuletzt hatte Verdi Ende Februar zum Warnstreik aufgerufen (https://www.lippewelle.de/artikel/warnstreik-hamm-stadtwerke-busse-fallen-aus-2582880).
Autorin: Lena Zaubzer