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Warum mehr junge Leute in Hamm arbeitslos sind
© Linnemann / Radio Lippewelle Hamm
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Warum mehr junge Leute in Hamm arbeitslos sind

Die Arbeitslosigkeit ist in Hamm Februar 2026 leicht gestiegen. Besonders betroffen sind junge Fachkräfte nach ihrer Ausbildung, die aber schnell neue Stellen finden sollen.

Veröffentlicht: Freitag, 27.02.2026 10:48

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Arbeitslosigkeit in Hamm steigt saisontypisch an

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Die Arbeitsmarktlage in Hamm hat sich im Februar 2026 noch einmal leicht verschlechtert. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 29 Personen oder 0,3 Prozent auf insgesamt 8.875. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,1 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent. Vor genau einem Jahr lag die Quote noch bei 9,0 Prozent. Dabei entwickelten sich Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung unterschiedlich. In der Arbeitslosenversicherung waren 2.739 Menschen gemeldet - 49 oder 1,8 Prozent mehr als im Vormonat und sogar 377 oder 16,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Grundsicherung zeigte sich hingegen stabiler.

"Die Entwicklung ist weiterhin saisontypisch. In vielen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar nochmals leicht. Ein wesentlicher Grund ist, dass viele junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen, wenn ihre zweieinhalbjährigen Ausbildungsverhältnisse auslaufen und sie noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben."  - Sandra Pawlas, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm
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Junge Fachkräfte besonders betroffen in Hamm

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Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft vor allem junge Menschen unter 25 Jahren. Diese Gruppe war sowohl bei der Arbeitsagentur als auch beim Kommunalen Jobcenter überproportional stark vertreten. Der Grund liegt in den auslaufenden Ausbildungsverträgen, wenn junge Fachkräfte noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben.

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Stellenmarkt in Hamm bleibt schwach

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Die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigte sich weiterhin verhalten. Unternehmen in Hamm meldeten im Februar nur 246 neue Stellen - zwar 22 oder 9,8 Prozent mehr als im schwachen Januar, aber 18 oder 6,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. https://www.lippewelle.de/artikel/hamm-440-neue-arbeitslose-zum-jahresstart-2561050 Den größten Bedarf hatten Personaldienstleister mit 71 Stellen, gefolgt von freiberuflichen Arbeitgebern mit 46 Vakanzen. Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie das Verarbeitende Gewerbe meldeten deutlich weniger Stellen. Der Gesamtbestand an verfügbaren Arbeitsstellen sank sogar um 11 auf 1.592 Stellen. Besonders deutlich wird der Rückgang im Jahresvergleich: 408 Stellen weniger bedeuten ein Minus von 20,4 Prozent.

"Die höchste Arbeitslosigkeit des Jahres haben wir wahrscheinlich jetzt schon gesehen. Ich rechne für März bei entsprechender Witterung schon mit einer beginnenden Frühjahrsbelebung und daher mit einer Besserung der Arbeitsmarktlage." - Sandra Pawlas, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm
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Woche der Ausbildung soll Fachkräfte gewinnen

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Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, plant die Agentur für Arbeit Hamm im März eine "Woche der Ausbildung". Ausbildung gilt als wesentliche Säule der Kräftegewinnung, da sich junge Arbeitslose meist nur übergangsweise melden und als qualifizierte Fachkräfte kurzfristig wieder in Beschäftigung kommen. Das Kommunale Jobcenter registrierte im Februar erhöhten Bedarf an Arbeitskräften in Heimen sowie stabile Nachfrage bei Personaldienstleistern und im Kraftfahrzeughandel. Trotz der aktuell schwierigen Lage zeigt sich Pawlas optimistisch für die kommenden Monate, sie rechnet mit einer Frühjahrsbelebung ab März.

Autor Rainer Wilkes

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