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Symbolbild: Alkohol
© Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Symbolbild: Alkohol
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Weniger Alkoholvergiftungen – Hamm liegt weiter vorn

Immer weniger Kinder und Jugendliche müssen in NRW wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Das zeigt eine neue Auswertung von IT.NRW. In Hamm sind die Zahlen im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen.


Veröffentlicht: Dienstag, 18.11.2025 06:49

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Hamm im NRW-Vergleich mit hohen Zahlen

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Im Jahr 2024 wurden in Hamm 41 Jugendliche im Alter von 10 bis unter 20 Jahren stationär behandelt. Vor zehn Jahren waren es noch fast doppelt so viele. Nach der Corona-Zeit steigen die Zahlen in Hamm aber wieder leicht an. 2023 waren es 34 Fälle, 2022 waren es 33. Trotz des Rückgangs bleibt Hamm im NRW-Vergleich auffällig. 228 Behandlungen pro 100.000 Jugendlichen bedeuten den höchsten Wert in ganz NRW. Dahinter folgen der Kreis Soest und der Märkische Kreis. Am niedrigsten liegen Köln, der Kreis Gütersloh und der Rhein-Erft-Kreis. In Hamm werden seit einigen Jahren mehr Mädchen und junge Frauen wegen einer Alkoholvergiftung behandelt als Jungen und junge Männer. Auch das entspricht dem NRW-Trend. Landesweit waren 2024 etwas mehr als die Hälfte aller Betroffenen weiblich.

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Joahnniter-Kliniken Hamm sehen Gefahr für Jugendliche

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Der Direktor der Kinderklink der Johanniter Kliniken in Hamm Prof. Dr. Wolfgang Kamin beobachtet diese Entwicklung schon länger. Laut ihm werde Alkohol in vielen Familien und Gruppen als normal angesehen, auch für Minderjährige. Dabei sei Alkohol ein Genussmittel und könne bei Jugendlichen schnell zu gesundheitlichen Problemen führen. Prof. Dr. Kamin betont, dass die Zahlen in Hamm insgesamt niedriger sind als vor der Corona-Pandemie. Damals lagen die Werte teilweise im dreistelligen Bereich. Trotzdem sei jede Behandlung ein Warnsignal. Übermäßiger Alkoholkonsum bleibe ein gesellschaftliches Problem, nicht nur in Hamm.


Autor: Rainer Wilkes/Saskia Rudnik

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