
Wie der Maxipark fast zur Betonwüste wurde
Frank Figgen erzählt in der neuen Folge von "Hammer Stimmen – Zeit für eine Aussprache", wie sein Vater als Oberbürgermeister den Maxipark mitgestaltete - und warum der Glaselefant fast abgerissen worden wäre.
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Wenn Frank Figgen durch den Maxipark spaziert, dann blickt er nicht nur auf Hamms bekannteste Grünanlage. Er sieht auch seine eigene Geschichte. Denn lange bevor aus der ehemaligen Zeche Maximilian ein Park mit Glaselefant, Schmetterlingshaus und Spielplätzen wurde, war das Gelände für ihn ein riesiger Abenteuerspielplatz. Wie sein Vater, der ehemalige Oberbürgermeister, den Park entwickelte, berichtete Frank Figgen im Podcast Hammer Stimmen – Zeit für eine Aussprache mit Lippewelle-Moderatorin Simone Niewerth und WA-Lokalchef Michael Knippenkötter in allen Details und bisher ungekannten Zwischentönen.
Auf der Suche nach der Identität
„Ich bin hier mit etwa zwölf Jahren das erste Mal Moped gefahren“, erzählt der langjährige Kommunalpolitiker. Wo heute Familien flanieren und Kinder spielen, standen damals Lokomotiven, Postmotorräder und allerlei ausrangierte Fahrzeuge. Der Unternehmer Bernhard Wettendorf handelte auf dem Gelände mit allem, „was sich anbot“. Vorne befand sich ein Schrottplatz, im späteren Glaselefanten sogar ein Bundeslager für Weizen. „Ein Riesenabenteuerspielplatz“, erinnert sich Figgen.
Dass daraus einmal eines der bekanntesten Ausflugsziele der Region werden würde, war keineswegs selbstverständlich. Nach der kommunalen Neuordnung Mitte der 1970er-Jahre suchte die junge Großstadt Hamm nach einer gemeinsamen Identität. Die ehemaligen Städte und Gemeinden mussten zusammenwachsen. Der Maxipark sollte dabei helfen.
Der Vater als Fürsprecher der ersten Stunde
„Wir müssen jetzt einen Wir-Punkt schaffen“, beschreibt Figgen rückblickend die damalige Idee. Einer der wichtigsten Fürsprecher war sein Vater Werner Figgen, der von 1979 bis 1984 Oberbürgermeister der Stadt Hamm war und bereits in den 1950er- und 60er-Jahren dieses Amt bekleidet hatte.
Dass aus der Industriebrache ein Park wurde, war allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Nach den ursprünglichen Plänen sollte das Gelände weitgehend abgeräumt werden. Der spätere Glaselefant stand kurz vor dem Abriss. Erst in letzter Minute kam Bewegung in die Diskussion. Wirtschaftsförderer Eberhard Wiedemann und Landschaftsarchitekt Werner Kley präsentierten eine alternative Vision für das Gelände.
Kurze Wege, schnelle Entscheidungen
„Am Ende kippte die Entscheidung komplett um“, sagt Figgen. Dabei seien zahlreiche Akteure beteiligt gewesen, darunter sein Vater. Es sei die Zeit der „kurzen Dienstwege“ gewesen, wie Figgen es formuliert. Entscheidungen wurden pragmatisch getroffen, manches heute kaum noch vorstellbar. So wurden Pflastersteine für den späteren Park bereits gekauft, bevor das Projekt endgültig beschlossen war. „Auf dem Markt hätte das Pflaster 400 Mark gekostet, deswegen haben wir gesagt: Wir kaufen das schon mal.“
Ein Elefant mit Familientradition
Dass ausgerechnet ein Elefant Hamms Symbol werden würde, passt aus Sicht von Frank Figgen durchaus zur Familiengeschichte. Sein Vater war Mitglied eines Stammtisches namens „Die Dickhäuter“. Zum Geburtstag des damaligen Oberbürgermeisters standen sogar Elefanten des Circus Krone auf der Rathaustreppe.
Der Glaselefant habe mittlerweile längst Kultstatus erreicht. „Andere Städte haben vielleicht ein Einhorn oder ein Pferd. Aber wir haben unseren Elefanten.“ Selbst moderne Ergänzungen wie die farbige LED-Beleuchtung sah Figgen zunächst skeptisch. Inzwischen findet er sie gelungen.