
Züge im Nahverkehr noch unpünktlicher als im Vorjahr
Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen hat sich im ersten Halbjahr 2026 weiter verschlechtert. Rund 30 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge waren laut neuen Daten verspätet. Auch viele Züge über Hamm waren betroffen.
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Fast jeder dritte Zug ab vier Minuten verspätet
Zwischen Januar und Juni 2026 fuhren rund 30 Prozent der Nahverkehrszüge in Nordrhein-Westfalen ihrem Fahrplan hinterher. Das zeigen vorläufige Zahlen des Kompetenzcenters Integraler Taktfahrplan NRW. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 lag die Quote bei 25 Prozent, im Jahr 2020 erst bei gut 13 Prozent. Als verspätet gilt ein Zug ab einer Verzögerung von vier Minuten. Züge in Hamm immer unpünktlicher
17 Prozent aller Züge fielen komplett aus
Die Hauptgründe für die Probleme sind laut Branche das sanierungsbedürftige Netz und die hohe Streckenauslastung in den Ballungsräumen. Regionalzüge müssen verspäteten Fernverkehrszügen in der Regel Vorrang gewähren, was sich sofort auf den Nahverkehr durchschlägt. Zudem fließen komplett ausgefallene Züge gar nicht erst in die Pünktlichkeitsstatistik ein - rund 17 Prozent der geplanten Fahrten fielen im ersten Halbjahr aus, die meisten davon baustellenbedingt.
RE-Linien durchs Ruhrgebiet besonders stark betroffen
Besonders die langen Regionalexpress-Linien, die durch mehrere störungsanfällige Knotenpunkte an Rhein und Ruhr fahren, sind oft unpünktlich. Hier kam im ersten Halbjahr mehr als jeder dritte Zug (36 Prozent) zu spät. Knapp fünf Prozent der Zugausfälle entstanden zudem sehr kurzfristig durch technische Probleme am Netz oder direkt am Zug.
Auch bei den Linien RE11 Düsseldorf-Hamm-Kassel oder dem RE2 nach Osnabrück war nicht einmal jeder zweite Zug pünktlich. Beim RE 1 von Aachen nach Hamm waren es etwas mehr als 50 Prozent. Beim RE 7 von Hamm nach Wuppertal und Köln knapp 60 Prozent. Die RB 89 von Paderborn nach Münster über Hamm war zu knapp 70 Prozent pünktlich, die RB 69 von Hamm nach Rheine zu gut 70 Prozent
Pünktlichkeitswerte zwischen 39 und 98 Prozent
Die unpünktlichste Linie im Land war der RE34 zwischen Dortmund und Siegen mit 61 Prozent verspäteten Zügen. Ein Lichtblick ist dagegen die S4 : Sie pendelte mit einer Pünktlichkeitsquote von rund 98 Prozent über die allerdings nicht sehr lange Strecke zwischen Dortmund-Lütgendortmund und Unna-Königsborn
Autor: Rainer Wilkes