
Gute Ernte, magere Kasse: Landwirte in Hamm unter Druck
Hammer Landwirte ziehen eine gemischte Bilanz für 2025: Trotz guter Ernten sorgen niedrige Preise für wirtschaftliche Probleme. Zusätzlich erreicht nun auch die Vogelgrippe Hamm.
Veröffentlicht: Montag, 29.12.2025 16:36
Hammer Landwirte trotz guter Ernte unter Druck
Die Landwirte in Hamm können mengenmäßig auf eine solide Ernte 2025 zurückblicken. Die Getreideerträge fielen gut aus, auch bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben gab es ordentliche Ergebnisse. Das sagt Thomas Döring, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe, zu dem auch Hamm gehört. Doch wirtschaftlich sieht die Bilanz düster aus: Die Preise für Getreide liegen deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Besonders deutlich merken die Landwirte den Preisdruck auch bei Kartoffeln. Hier sind die Preise regelrecht eingebrochen. Hohe Erntemengen weltweit und der starke Euro belasten die Märkte zusätzlich.
Vogelgrippe erreicht Hammer Landwirtschaft
Die Tierhaltung in Hamm steht vor großen Herausforderungen. Am vergangenen Wochenende brach die Geflügelpest auf einem Hammer Hof aus.
"Die Ausbreitung der Vogelgrippe sorgt für große Unsicherheit. Für die betroffenen Landwirte stellt das eine große Belastung dar." - Thomas Döring, Vorsitzender Landwirtschaftlicher Kreisverband Ruhr-Lippe
Für 2026 haben die Hammer Landwirte klare Forderungen: verlässlichere Gesetze, faire Preise und weniger Bürokratie. Sie versorgen die Region mit Lebensmitteln, produzieren erneuerbare Energie und pflegen die Landschaft. Dafür brauchen sie eine Politik, die ihnen eine Zukunft ermöglicht - sonst droht das Höfesterben in der Region weiterzugehen.
Schweinehaltung in der Krise - Preise im freien Fall
Preisprobleme spüren auch die Milchbauern und Schweinehalter. Während die Milchpreise bis zum Sommer noch stabil waren, fallen sie seit dem Herbst deutlich. Dumpingpreise bei Butter im Supermarkt verschärfen den Druck auf die Milchbauern zusätzlich. Besonders dramatisch ist die Lage für Hammer Schweinehalter. Die Preise für Schweinefleisch sind so niedrig wie seit über drei Jahren nicht mehr. Auch die Ferkelpreise reichen nicht aus, um die Kosten zu decken. Das Problem: Viele Betriebe müssen teure Umbauten für neue Tierwohl-Vorschriften finanzieren, doch bei den aktuellen Preisen ist das kaum möglich. Einige Landwirte denken bereits über das Aufgeben der Schweinehaltung nach.