
Hamm: Jeder dritte Erstklässler hat Zahnfüllungen
Jedes dritte Kind, das in Hamm zur Schule kommt, hat bereits Zahnfüllungen – bei vielen sind sogar sieben oder mehr Zähne betroffen. Die AOK NordWest hat die Daten ausgewertet und weist auf die Bedeutung der Mundgesundheit hin.
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.10.2025 08:48
Hammer Erstklässler mit häufigen Zahnproblemen
Die aktuellen Zahlen zur Zahngesundheit von Schulanfängern in Hamm zeigen einen deutlichen Behandlungsbedarf. Laut einer Auswertung der AOK NordWest haben bereits 34,4 Prozent der diesjährigen Erstklässler Zahnfüllungen, bevor sie mit der Schule beginnen. Bei jedem betroffenen Kind sind durchschnittlich fünf Zähne von Karies betroffen. Auffällig ist, dass fast drei von zehn Kindern mit Füllungen sogar sieben oder mehr Zahnfüllungen haben. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Karies bereits im Vorschulalter ein relevantes Gesundheitsthema darstellt.
„Es ist besorgniserregend, dass Kinder bereits vor der Einschulung so viele Zahnfüllungen benötigen. Für die lebenslange Erhaltung der Mundgesundheit von Kindern sind eine sorgfältige Zahnpflege und regelmäßige Kontrollen unabdingbar" - Jörg Kock, AOK-Serviceregionsleiter
Verteilung der Zahnschäden bei Hammer Kindern
Die detaillierte Auswertung der AOK zeigt die Verteilung der Zahnbehandlungen. Von den betroffenen Schulanfängern in Hamm haben 49,8 Prozent bereits ein bis drei Zahnfüllungen. Weitere 21,2 Prozent der Kinder haben vier bis sechs Füllungen. Die Folgen können weitreichend sein: Kariöse Milchzähne können zu Schmerzen beim Kauen führen oder Fehlstellungen der bleibenden Zähne verursachen, wenn die Milchzähne als wichtige Platzhalter vorzeitig ausfallen. In manchen Fällen wird auch die Sprachentwicklung der Kinder beeinträchtigt.
Ursachen und Präventionsmaßnahmen in Hamm
Karies bei Schulkindern entsteht durch Bakterien im Mund, die Zucker zu zahnschmelzangreifender Säure umwandeln. Der Hauptgrund liegt in der häufigen Aufnahme zuckerhaltiger Snacks und Getränke. Die wirksamste Vorbeugung besteht aus einer konsequenten Zahnpflege mit fluoridhaltiger Zahnpasta, einer zahngesunden Ernährung und regelmäßigen Zahnarztbesuchen. Das Vorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenkassen beginnt bereits im sechsten Lebensmonat mit der zahnmedizinischen Früherkennung. Eltern sollten die Phase des Zahndurchbruchs begleiten und ihr Kind frühzeitig an regelmäßige Zahnpflege gewöhnen.
Präventionsangebote für Hammer Familien
Ab dem sechsten Lebensjahr sollten Kinder mindestens zweimal jährlich zur Zahnuntersuchung. Die großen Backenzähne mit ihrer zerklüfteten Oberfläche gelten als besonders kariesgefährdet, da sich in den Rillen und Vertiefungen Bakterien sammeln können. Ein wirksames Mittel dagegen ist die Fissurenversiegelung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bis zum 18. Lebensjahr vollständig übernommen wird. Zusätzlich gibt es Vorsorgeangebote wie regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen und Prophylaxe in Kitas und Schulen. Diese Gruppenprophylaxe wird gemeinsam vom öffentlichen Gesundheitsdienst, niedergelassenen Zahnärzten und der gesetzlichen Krankenversicherung für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr getragen. Bereits 2024 hat eine AOK-Studie gezeigt, dass nur jedes zweite Kind zur Zahnvorsorge geht.
Autorin: Jacqueline Schlüsener