
Hamm: Stadtrat entscheidet über den Milliarden-Haushalt
Am Dienstag (24.3.) stimmt der Rat der Stadt Hamm über den Haushalt für 2026 und 2027 ab. Dabei geht es um Investitionen und Ausgaben von rund einer Milliarde Euro.
Veröffentlicht: Montag, 23.03.2026 06:35
Jugendliche erhalten eigenes Budget über 100.000 Euro
Der Haupt- und Finanzausschuss hat den Haushaltsentwurf mit der Mehrheit der Ampelparteien auf den Weg gebracht. Die CDU, AfD und Pro Hamm stimmten dagegen, die Linke enthielt sich. Beschlossen wurden bereits erste Empfehlungen: Die Stadt stockt den Kultur-Etat um 130.000 Euro auf und richtet unter dem Titel "100k" ein eigenes Budget für Jugendliche ein. Über 100.000 Euro sollen diese selbst Vorschläge für Projekte wie Skateboardanlagen oder Graffitiflächen machen können. Zusätzliches Geld gibt es auch für Schul-AGs und digitale Projekte.
Kulturetat steigt jährlich um 130.000 Euro
Der Haupt- und Finanzausschuss hat zuvor einige Änderungen am Haushalt empfohlen. So soll der Kulturetat jährlich um 130.000 Euro aufgestockt werden, um die steigenden Kosten aufzufangen. Der Kulturetat war drei Jahre lang nicht erhöht worden. Es gibt auch weiter 10.000 Euro pro Jahr für die stadthistorischen Stelen.
CDU Hamm will Sozialausgaben deckeln
Die CDU forderte als größte Oppositionspartei mehr Einsparungen, etwa eine Deckelung bei den freiwilligen Sozialleistungen. Die Verwaltung lehnte dies ab, da sonst Bereiche wie der Offene Ganztag und Kitas gekürzt werden müssten. Auch bei den Integrationshelfern an Schulen verwies die Stadt auf rechtliche Vorgaben: Zwar setze Hamm bereits zu 95 Prozent auf gebündelte Pool-Lösungen an Schulen, laut Sozialgesetzbuch hätten Eltern von Kindern mit Förderbedarf aber ein rechtliches Wahlrecht auf individuelle Begleitung.
Drogenkonsumraum sorgt für politische Diskussionen
Eine intensive Debatte gab es im Ausschuss um den geplanten Drogenkonsumraum in Hamm. Die CDU fürchtet jährliche Kosten von rund einer Million Euro und einen Zulauf von Abhängigen aus anderen Städten. Oberbürgermeister Marc Herter stellte klar, dass der Raum ausschließlich für Menschen mit Wohnsitz in Hamm zugelassen wird. Laut SPD und Linken entlaste das Angebot den öffentlichen Raum sowie Rettungsdienste und rette Leben, was Beispiele aus Dortmund oder Münster zeigten.
Mehrheit lehnt Frauennachttaxi ab
Ein weiterer Punkt der Beratungen war die Sicherheit in der Nacht. Die CDU schlug vor, jährlich 100.000 Euro für ein sogenanntes Frauennachttaxi bereitzustellen, um vergünstigte Heimfahrten zu ermöglichen. Die SPD unterstützt die Idee grundsätzlich, möchte das Angebot aber direkt in den geplanten "On-Demand-Verkehr" der Stadt integrieren. Die AfD sprach sich gegen das Vorhaben aus. Nach vielen Jahren ausgeglichener Haushalte muss die Stadt Hamm wieder ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen.
Autor: Rainer Wilkes