Anzeige
Hamm: verdi will Gerichte bestreiken
© Symbolbild / Radio Lippewelle Hamm
Teilen: mail

Hamm: verdi will Gerichte bestreiken

Am 4. Februar startet der nächste Warnstreik - auch in Hamm. Betroffen sind Gerichte, Behörden und Hochschulen vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde.

Veröffentlicht: Dienstag, 03.02.2026 14:38

Anzeige

Warnstreik trifft Hamm vor entscheidender Verhandlungsrunde

Anzeige

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder am 4. Februar zu einem ganztägigen Warnstreik auf. In Hamm und der gesamten Region Westfalen werden zahlreiche öffentliche Einrichtungen bestreikt. Besonders betroffen sind die Beschäftigten an den Gerichten in Hamm, die Bezirksregierung Arnsberg und das Materialprüfungsamt. Die Arbeitsniederlegungen sollen den Druck vor der dritten Verhandlungsrunde am 11. und 12. Februar 2026 in Potsdam erhöhen. Bisher blieben die Tarifverhandlungen ohne ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber der Länder.

"Viele Beschäftigte sind verärgert, dass es noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot gibt. Aussagen über 'Inflation plus einen Schnaps obendrauf' sind eine Provokation und zeugen von wenig Wertschätzung für die Arbeit der Beschäftigten im Länderbereich." - Pamela Strutz, Bezirksgeschäftsführerin ver.di Westfalen
Anzeige

Weitreichende Auswirkungen in Hamm und Umgebung

Anzeige

Der Streik erfasst eine Vielzahl öffentlicher Einrichtungen in der Region. Neben den Gerichten in Hamm sind auch die TU und Fachhochschule Dortmund, Straßen NRW, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb sowie das Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Die Beschäftigten der Bezirksregierung Arnsberg werden ebenfalls ihre Arbeit niederlegen. Bürgerinnen und Bürger müssen mit erheblichen Einschränkungen bei Behördengängen und Gerichtsterminen rechnen. Besonders die Justiz in Hamm wird während des Streiktages nur eingeschränkt funktionsfähig sein.

Anzeige

Gewerkschaft fordert deutliche Lohnerhöhungen

Anzeige

ver.di fordert sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens jedoch 300 Euro zusätzlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro monatlich steigen, verbunden mit der Forderung nach unbefristeter Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Zusätzlich sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte erhöht werden. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags TV-L soll zwölf Monate betragen. Die Gewerkschaft befürchtet eine weitere Abkopplung der Gehälter im Länderbereich vom öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen.

"Die Sorge bei den Kolleginnen und Kollegen wächst, dass sich die Gehälter immer weiter vom öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen abkoppeln. Der Länderbereich ist kein öffentlicher Dienst zweiter Klasse." - Pamela Strutz, Bezirksgeschäftsführerin ver.di Westfalen
Anzeige

Demonstration in Dortmund geplant

Anzeige

Begleitend zum Warnstreik organisiert ver.di eine Demonstration in Dortmund. Die Kundgebung beginnt um 11 Uhr an der Katharinentreppe gegenüber dem Hauptbahnhof Dortmund. Bereits um 10:30 Uhr soll der Demonstrationszug zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eintreffen. Geplant sind Redebeiträge von Tarifbeschäftigten beider Gewerkschaften. Die Aktion soll die Forderungen der Beschäftigten öffentlich sichtbar machen und weiteren Druck auf die Arbeitgeber ausüben.

Autor: Lars Kosmehl

Anzeige
Anzeige
Anzeige