
Teenager in Hamm sind Arztmuffel - AOK schlägt Alarm
Die Zahlen sind alarmierend, sagt die AOK: Nur jeder fünfte Jugendliche in Hamm nutzt die empfohlenen Gesundheits-Checks J1 oder J2.
Veröffentlicht: Freitag, 24.10.2025 05:17
Teenager in Hamm vernachlässigen Vorsorge
Die Zahlen sind alarmierend: Nur jeder fünfte Jugendliche in Hamm nutzt die empfohlenen Gesundheits-Checks J1 oder J2. Laut einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest ließen sich im vergangenen Jahr lediglich rund 22 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen in der Stadt durchchecken. Besonders besorgniserregend: Die Teilnahmequote ist sogar niedriger als im Jahr davor. Die kostenlosen Untersuchungen sollen dabei helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen - etwa Wachstumsprobleme, Essstörungen oder Haltungsschäden. Viele Eltern und Jugendliche scheinen jedoch die Bedeutung dieser präventiven Maßnahmen zu unterschätzen, heißt es.
"Auch wenn's keinen akuten Grund gibt, sind die Vorsorgeuntersuchungen wichtig – gerade in der Pubertät, wenn sich Körper und Psyche stark verändern" - Jörg Kock, AOK-Serviceregionsleiter
Wichtige Checks für junge Generation in Hamm
Die Gesundheits-Checks sind altersgerecht aufgeteilt: Die J1-Untersuchung richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren, während die J2 für 16- bis 17-Jährige konzipiert ist. Ein wichtiger Aspekt, der vielen Jugendlichen nicht bewusst ist: Sie können zu beiden Terminen auch allein und vertraulich zum Arzt gehen. Dies ermögliche es ihnen, sensible Themen anzusprechen, ohne dass Eltern anwesend sein müssten, betont Kock. Die Untersuchungen umfassen eine gründliche körperliche Kontrolle, die Überprüfung des Impfstatus und bei Bedarf auch die Beratung zu psychischen Belastungen. Gerade in der Zeit der körperlichen und emotionalen Veränderungen während der Pubertät könnten diese Checks entscheidend für die gesunde Entwicklung sein, betont Kock. Auch bei der Vorsorge beim Zahnarzt sind die Hammer nicht unbedingt ganz vorne dabei, so die AOK.
Teilnahmequote in Hamm noch ausbaufähig
Die niedrige Teilnahmequote bereitet der AOK NordWest große Sorgen. Serviceregionsleiter Jörg Kock appelliert eindringlich an die Eltern in Hamm, ihre Kinder für die Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren. Die Krankenkasse betont, dass die Checks auch während der Schulzeit wahrgenommen werden können und als Entschuldigung gelten. Somit sind Familien nicht auf die Ferienzeiten angewiesen, um einen Termin zu vereinbaren. Die frühzeitige Erkennung von gesundheitlichen Problemen kann langfristige Folgen verhindern und die Lebensqualität der Jugendlichen erheblich verbessern. Besonders in einer Zeit, in der psychische Belastungen bei jungen Menschen zunähmen, spielten diese Vorsorgeuntersuchungen eine zentrale Rolle, so Kock.
Autorin: Ute Hien