Anzeige
Wohnung kaufen in Hamm: Zu teuer für junge Generation
© Bundesverband 'Deutscher Baustoff-Fachhandel
Teilen: mail

Wohnung kaufen in Hamm: Zu teuer für junge Generation

Eine neue Studie zeigt: deutlich mehr Hammer mieten als zu kaufen. Besonders die 25- bis 40-Jährigen werden beim Wohneigentum zur "Verlierer-Generation". Sie könnten sich Wohneigentum nicht leisten.

Veröffentlicht: Freitag, 10.04.2026 05:03

Anzeige

Pestel-Studie: Hamms Wohneigentumsquote unter Bundesschnitt

Anzeige

In Hamm leben rund 33.300 Menschen in den eigenen vier Wänden. Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen regionalen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts hervor, die im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt wurde. Das entspricht einer Wohneigentumsquote von nur 38,8 Prozent. Von den selbstgenutzten Immobilien entfallen 25 Prozent auf Eigentumswohnungen, der Rest auf Einfamilienhäuser und andere Wohnformen. Im bundesweiten Vergleich liegt Hamm damit unter dem deutschen Durchschnitt von 43,5 Prozent. Deutschland rangiert beim europäischen Ranking zum Wohneigentum nur auf dem vorletzten Platz und gilt als "Mieter-Land".

"Damit ist Deutschland ein 'Mieter-Land' und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz" - Matthias Günther, Pestel-Institut
Anzeige

Junge Menschen in Hamm können sich Eigenheim nicht leisten

Anzeige

Die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen wird in der Studie als besonders betroffen identifiziert. Rund 36.600 Menschen dieser Generation leben derzeit in Hamm, doch immer mehr von ihnen sind dauerhaft auf Mietwohnungen angewiesen. "Dabei gehören gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die 'Nestbauer-Generation' ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden", erklärt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Die steigenden Immobilienpreise und das niedrige Zinsniveau der vergangenen Jahre hätten jedoch dazu geführt, dass sich diese Generation den Traum vom Eigenheim oft nicht mehr erfüllen kann. Trotz stabiler Einkommen seien sie vom Wohneigentumsmarkt ausgeschlossen.

"Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten" - Matthias Günther, Pestel-Institut
Anzeige

Baustoff-Fachhandel fordert staatliche Förderung für Hamm

Anzeige

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel kritisiert den Rückzug des Bundes aus der Wohneigentumsförderung. Nach der Abschaffung der Eigenheimzulage und des Baukindergeldes fehle es an effektiver staatlicher Unterstützung. Die Verbandspräsidentin fordert ein schnelles Handeln der Bundesregierung mit direkten Zuschüssen und einem Niedrigzinsprogramm. Auch für Durchschnittsverdiener in Hamm soll so wieder eine Chance auf Wohneigentum entstehen. Ein Startkapital für das erste selbstgenutzte Wohneigentum könne Menschen mit wenig Eigenkapital den Zugang ermöglichen, erfordere aber auch persönliche Einschränkungen über viele Jahre. Die Förderung dürfe jedoch nicht zu einem "komplizierten Bürokratiemonster" werden und müsse langfristig garantiert sein.

Anzeige

Wohneigentum als Altersvorsorge für Hammer Bürger

Anzeige

Besonders im Alter zeigt sich die Bedeutung von Wohneigentum als "Rente in Stein". Die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer gehen derzeit in den Ruhestand und haben deutlich weniger Geld zur Verfügung, während die Mieten konstant bleiben oder sogar steigen. Immer mehr Neu-Rentner können sich dadurch ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten und "wohnen sich arm". Wohnarmut im Alter ist nach Experteneinschätzung vor allem ein Problem von Mietern. Wer dagegen Wohneigentum besitzt, kommt finanziell im Alter deutlich besser über die Runden. Diese Entwicklung unterstreicht die langfristige Bedeutung einer höheren Wohneigentumsquote für die finanzielle Sicherheit im Alter. Gerade ältere Menschen, die eine barrierefreie Wohnung in Hamm brauchen, haben es zusätzlich schwierig, wenn sie Mieten und nicht Kaufen wollen. 


Autorin: Jacqueline Schlüsener

Anzeige
Anzeige
Anzeige